Von der Forschung zur Exzellenz: Wie die Hochschule Hof zum internationalen „Schwamm-Campus“ wird

Ein intelligenter Umgang mit Wasser ist eine zentrale Antwort auf die zunehmenden Wetterextreme unserer Zeit. Das wissenschaftliche Projekt „SPORE - Smart Sponge Region“ der HAW Hof, unterstützt durch die WILO-Stiftung, hat hierfür wegweisende Pionierarbeit geleistet.

Das übergeordnete Ziel des wissenschaftlichen Studienprojekts war die Erstellung eines Konzepts, wie die Region Hof/Oberfranken als intelligente Schwammregion mit den Folgen des Klimawandels besser umgehen kann. Dabei ging es darum, den lokalen Wasserhaushalt so zu unterstützen, dass ökologische Funktionen wie die Grundwasserneubildung unterstützt werden und eine bessere Anpassung an Starkregensituationen und Trockenperioden erreicht wird. Die für die Durchführung des Forschungsvorhabens (2022-2025) erforderlichen Fördermittel wurden von der Wilo-Foundation (hier als Treuhänderin der WILO-Stiftung), der Oberfrankenstiftung und der Hochschule Hof zur Verfügung gestellt.

„Wir haben modernste digitale Vernetzung mit Infrastrukturmaßnahmen kombiniert, um beispielhaft Wasserhaushaltsvorgänge zu erfassen und zugehörige Technikprozesse intelligent zu steuern. Ziel war es, nicht nur Ressourcen zu schonen sowie Mensch und Infrastrukturen zu schützen, sondern Ansätze zu entwickeln, um damit auch die wirtschaftliche Entwicklung ländlicher Regionen langfristig zu sichern“, erklärt Prof. Günter Müller-Czygan, Forschungs- und Institutsleiter am „Institut für nachhaltige Wassersysteme der Hochschule Hof“ (kurz: inwa) im Gespräch mit Stiftungsvorstand David Höltgen im Rahmen seines Besuchs auf dem Wilopark am 19. Januar 2026.

Einzigartig in der Forschung: Die Mehrebenenanalyse

Das Besondere an SPORE war ein bislang einzigartiger Forschungsansatz: Die Entwicklung einer besonderen Form einer Mehrebenenanalyse. Diese ermöglichte es erstmals, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Stadt- und Regionalplanung transparent zu machen und führte zu einer fundierten Bewertung der Ausgangssituation sowie der Effektivität geplanter Maßnahmen.

Anstatt ein pauschales Gesamtkonzept für die gesamte Region zu erstellen, wurden im Rahmen von SPORE anhand konkreter Handlungserfordernisse gezielt Pilotprojekte identifiziert. Diese konzentrierten sich auf die Implementierung und Erprobung innovativer Schwamm-Technologien unter realen Bedingungen.

Ein neuer Hub für internationale Talente

Da die Folgen des Klimawandels die Region noch über Generationen beschäftigen werden, sind die Ergebnisse von SPORE als Einstieg in einen dauerhaften Prozess zu verstehen. Um diesen langfristig zu begleiten, wurde als Konsequenz aus SPORE bereits am 15. November 2023 das deutschlandweit erste Kompetenz- und Transferzentrum nachhaltige Schwammstadt/-region (ktns) gegründet. Forschungsergebnisse in die Realisierung zu bringen, steht bis heute im Mittelpunkt des ktns. 

Der große Erfolg der Studie und der daraus resultierenden Maßnahmen führte nun zu einem weiteren bedeutenden Meilenstein: Mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in Höhe von mehr als 4 Millionen Euro wird ein Teil der HAW Hof ab diesem Jahr zum „Schwamm-Campus“ ausgebaut.

„Der Schwamm-Campus ist die konsequente Weiterentwicklung unserer Erkenntnisse aus SPORE und unsere zentrale Botschaft für die Zukunft“, betont Professor Müller-Czygan. „Hier entsteht ein neuer Hub für das Thema Schwammregion, der gezielt nationale und internationale Nachwuchsakademiker aus- und weiterbildet und wo wir zeigen können, wie Schwammlösungen funktionieren. Wir schaffen hier in Hof einen Ort, an dem die Experten von morgen lernen, wie man Regionen weltweit klimaresilient gestaltet.“

Nachhaltiger Wissenstransfer

Um die Erkenntnisse global nutzbar zu machen, dienen SPORE und darauf aufbauende Projekte als Grundlage für einen digitalen Leitfaden zur Umsetzung des Smart-Sponge-Region-Konzepts, der nun anderen Städten und Regionen als Blaupause dienen soll. Darüber hinaus konnten mit den SPORE-Erkenntnisse in verschiedenen Weiterbildungslehrgängen der Hochschule Hof bereits mehr als 100 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Wasserwirtschaft, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung, Behörden und Kommunen sowie aus der Industrie bereits geschult werden.

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