OVGU mit 74 Deutschland­stipendien an der Spitze

Caspar Ludwig Opländer Stiftung übernimmt 15 Stipendien.

Seit Mai dieses Jahres beherbergt die OVGU 74 Deutschlandstipendiaten. Unter den Neuförderern ist die Caspar Ludwig Opländer Stiftung aus Dortmund, die mit 15 Stipendien den mit Abstand größten Anteil der Geförderten übernimmt. Die Stiftung ist Anteilseigner der WILO SE, einer der größten Pumpen- und Pumpensystemhersteller weltweit. Für uni:report sprach Daniel Jakubowski mit Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, dem Präsidenten der Stiftung, über das besondere Interesse der Stiftung an der Region Magdeburg und wie sie zu den Themen Forschung und Fachkräftemangel steht.

Woher kommt das spezielle Interesse an der Magdeburger Universität für die Stiftung?

Magdeburg ist durch die Nähe zu unserem Standort in Oschersleben besonders interessant. Es ist einer unserer großen Standorte in Deutschland und für die Gesamtstrategie der WILO SE von entsprechender Bedeutung. Die Caspar Ludwig Opländer Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Wissenschaft, Kultur, Bildung und Sport zu fördern. Bei der Förderung der Wissenschaft geht es uns nicht nur um einzelne Projekte, sondern vor allem um die Menschen, die im Wissenschaftsbereich tätig sind. Wir wollen daher die an den Standorten der WILO SE in Deutschland ansässigen Universitäten mit Deutschlandstipendien unterstützen.

Verfolgen Sie mit den Stipendien eine Strategie, um Fachkräftemangel vorzubeugen?

Wir sind überzeugt, dass die Leistungskraft der Wirtschaft in Deutschland vor allem mit der Qualifikation, der Innovationsfähigkeit und der Motivation der hier arbeitenden Menschen zusammenhängt. Wir werden auch in der Zukunft ganz unterschiedliche Maßnahmen ergreifen müssen, um einem möglichen Fachkräftemangel vorzubeugen. Die Deutschlandstipendien können nach unserer Überzeugung dazu einen Beitrag leisten.

Setzen Sie daher auf eine enge Zusammenarbeit mit Forschung und Lehre im Unternehmen?

Die WILO SE hat schon in der Vergangenheit zahlreiche Forschungsprojekte zusammen mit Universitäten durchgeführt. Es ist auch schon vorgekommen, dass besonders fähige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben und selbst eine Professur an Hochschulen oder Universitäten übernommen haben. Das Unternehmen denkt hier nicht kurzfristig, sondern unterstützt ein solches Anliegen der Mitarbeiter.
 
Kann man Ihre Stipendien also auch als Investition verstehen?
 
Die Caspar Ludwig Opländer Stiftung lebt zwar von den Erträgen der WILO SE, aber sie ist in ihrem Stiftungsverhalten von dem Unternehmen völlig unabhängig. Für die Studierenden hat das Unternehmen den Vorteil, dass es möglich ist, auch die Potenziale der WILO SE, sei es für das Durchführen eines Praktikums oder später als Arbeitsplatz, zu nutzen. Dem Auftrag unseres Spenders folgend, sehen wir die Stipendien als eine Investition in unsere Gesellschaft. Es wird aber nicht erwartet, dass sich diese Stipendien auf den Wirtschaftserfolg der WILO SE auswirken müssen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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