Neues Qualitäts­monitoring: Der Medien-Doktor UMWELT

Vom Klima der Welt bis zum Gift im Haushalt: Wie gut ist der deutsche Umweltjournalismus?

Mit Medien-Doktor UMWELT und "PR-Watch" startet neues Qualitätsmonitoring an der TU Dortmund Was richtet Plastikmüll in den Weltmeeren an? Wie zuverlässig sind Klimaprognosen? Warum werden so viele Lebensmittel weggeworfen? -Umweltthemen sind täglich in den Medien präsent und bewegen viele Menschen. Umso wichtiger ist die Qualität der Berichterstattung. Wie es darum steht, untersucht der Medien-Doktor UMWELT, ein neues Projekt am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der Technischen Universität Dortmund. Ab sofort begutachten Journalistinnen und Journalisten auf medien-doktor.de neben dem Medizinjournalismus auch Artikel und Beiträge zu Umweltthemen. Ergänzt wird das Projekt durch eine Qualitätsbewertung von Pressemitteilungen aus der Wissenschafts-PR. 

Für das neue Qualitätsmonitoring der Umweltberichterstattung wurden mit spezialisierten Journalistinnen und Journalisten eigens Maßstäbe für die Bewertung entwickelt. "Soweit wir feststellen konnten, betreten wir damit Neuland", sagt Dr. Wiebke Rögener, Leitende Redakteurin des Medien-Doktor UMWELT. "Einen solchen transparenten Kriterienkatalog für 'gute Umweltberichterstattung' gab es weltweit nicht." Die Kriterien orientieren sich am Interesse der Leserinnen und Leser, des Fernseh- oder Hörfunkpublikums, unabhängig, zuverlässig und verständlich informiert zu werden. Hierbei helfen Fragen wie: Übertreibt oder verharmlost ein Beitrag Umweltprobleme? Nennt er Quellen und Belege? Werden Pro- und Contra-Argumente und eventuell Lösungsstrategien diskutiert? Je zwei journalistische Expertinnen oder Experten bewerten so Beiträge aus Print-, Hörfunk-, TV- und Online-Medien. Das Ergebnis der Gutachten wird auf medien-doktor.de zusammengefasst. 

Das Projekt baut auf dem Medien-Doktor zur Medizinberichterstattung auf, der seit 2010 am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der TU Dortmund etabliert ist und 2011 für den Grimme Online Award nominiert war. "Immer wieder wurden wir von Journalisten wie von Wissenschaftlern gefragt, ob nicht auch jenseits des Medizinjournalismus ein Qualitätscheck möglich sei", sagt der Leiter des Gesamtprojekts, Prof. Holger Wormer. "Angesichts der großen gesellschaftlichen Relevanz - man denke nur an die Energiewende - bot sich das Themenfeld Umwelt hierfür an." Da beide Themenfelder zudem besonders dem Einfluss der PR ausgesetzt sind, wird der Medien-Doktor mit einem ergänzenden "PR-Watch" auch Pressemitteilungen aus der Medizin und den Umweltwissenschaften bewerten. 

Ermöglicht wird der Medien-Doktor UMWELT von der Caspar Ludwig Opländer Stiftung, einer Dortmunder Familienstiftung, die das Projekt zunächst für zwei Jahre mit 100.000 Euro fördert.

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