Indien: 55.000 Baumsetzlinge zur Wasserspeicherung

Wilo-Foundation fördert Wiederaufforstungsprojekt in den Westghats bei Pune

Foto: Global Nature Fund

Die Westghats in Indien sind ein über 1.600 km in Nord-Süd-Richtung verlaufendes, bewaldetes Gebirge, das aufgrund seiner außerordentlichen Artenvielfalt als globaler Hotspot der Biodiversität eingestuft wird. Als solche Hotspots werden Regionen der Erde bezeichnet, in denen eine große Zahl an endemischen Pflanzen- und Tierarten vorkommt und deren Natur in besonderem Maße bedroht ist. Die Zerstörung der Wälder setzt nicht nur große Mengen an Kohlenstoff in die Erdatmosphäre frei, sondern wirkt sich auch zunehmend negativ auf die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung aus. Indigene Völker sind aufgrund ihrer Abhängigkeit von der Nutzung der Waldressourcen besonders gefährdet und sind von den negativen Folgen der Landnutzungsänderung stark betroffen.

Die Westghats sind von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Der Wald ist als Wasserspeicher - unter anderem für die westindischen Städte Mumbai und Pune - von unschätzbarem Wert, reguliert das Großklima und erbringt eine Vielzahl von Ökosystemleistungen, auf denen die Lebensgrundlage der lokalen Bewohner beruht.

Gemeinsam mit zwei indischen Umwelt-NGOs mit Sitz in Pune (Terre Policy Centre und Shashwat Trust) richtet der in Deutschland ansässige Global Nature Fund (GNF) mit finanzieller Hilfe des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie auch von privater Seite, der Wilo-Foundation, seit dem 1. Juli 2022 in insgesamt sieben Dörfern im Bundesstaat Maharashtra und Karnataka vier Baumschulen ein. Somit werden insgesamt 70 Hektar degradierter Wald durch die Pflanzung von mindestens 55.000 Baumsetzlingen rehabilitiert und dauerhaft geschützt. Die Einrichtung der Baumschulen und die Anpflanzung der Bäume erfolgen in enger Absprache mit der örtlichen Bevölkerung. Die lokalen Gemeinschaften profitieren von dem Projekt durch einen großen Anteil an Nutzbäumen, die zur Verfügung gestellt werden, sowie durch Maßnahmen zur Erzielung von Einkommen aus der Ernte und Verarbeitung von Waldprodukten. Flankiert wird das Projekt durch Maßnahmen zur Stärkung der Identität der Stammesgemeinschaften durch die Errichtung eines „Tribal Museums“. Dort wird nicht nur traditionelles Wissen über die Bedeutung des Waldes und die nachhaltige Nutzung bewahrt und weitergegeben. Es soll zugleich das Bewusstsein der Tribalen Gemeinschaften in Bezug auf ihre im modernen indischen Staat bestehenden Waldnutzungsrechte gestärkt werden.  

Nach zuvor geförderten Projekten in Kolumbien (Trinkwasseraufbereitung), Kambodscha (Trinkwasser für ein schwimmendes Dorf) und Jordanien (Abwasser- und Solarprojekt) fördert die Wilo-Foundation somit bereits das vierte internationale Wasserprojekt des Global Nature Fund. Darüber hinaus unterstützt die Wilo-Foundation die Arbeit des Netzwerks Lebendige Seen (Living Lakes), das sich dem Schutz von Seen widmet. Der Global Nature Fund koordiniert hierbei die Zusammenarbeit zwischen Umwelt- und Naturschutzorganisationen an den Partnerseen.